So fürsorglich können Streiks sein!

Wenn verdorbene Milch für Bauchgrimmen sorgt oder Krätzmilben für heftigen Juckreiz, dann klingt das schon ziemlich seltsam. Das soll Sorge sein?

Kurios wird der Einsatz des heiklen Verbs "sorgen für" aber im folgenden Fall, gefunden in der "Saarbrücker Zeitung" vom 31. Mai 2016. Dort heißt es unter einem Foto zum Streik des Personals der lokalen Straßenbahn, Saarbahn genannt:

"Der Streik sorgte dafür, dass gestern etliche Saarbahn-Kunden trotz des Regens zu Fuß gehen mussten."

Da zeigte der Streik seine Fürsorge aber auf sonderbare Weise! Nun gut: Für etwas sorgen bedeutet auch: etwas bewirken oder hervorrufen oder Ursache von etwas sein. Doch es empfiehlt sich, sorgsam mit diesem Verb umzugehen, damit es nicht allzu merkwürdig klingt. Am besten, man verwendet es nur für gute Folgen einer "Sorge", etwa so:

Er sorgte dafür, dass seine Kinder immer genug zu essen hatten.