Solange du deine Füße ... - Was Erziehungsfloskeln über uns verraten

Die lieben Kinderlein können einen zur Weißglut treiben. Und schon ertappt man sich bei Sprüchen, die man selbst als Kind gehört (und vor allem gehasst) hat.

Warum greifen wir als Mutter oder Vater, Lehrerin oder Erzieher zu abgestandenen oder auch neueren althergebrachten Floskeln? Und was für Botschaften und Werte vermitteln wir Kindern mit diesen Einschärfungen: manchmal brachial, oft genug jedoch unterschwellig - und dennoch lebenslänglich wirksam? Und schließlich: Welche Erkenntnis über uns selbst oder unsere Eltern können wir daraus gewinnen?

Walter Schmidt diskutiert mit Experten 60 typische Elternsprüche und regt dazu an, eingefahrene Verhaltensweisen zu überdenken. Ein Buch (Eichborn, 286 Seiten, 14,99 Euro), das auf unterhaltsame Weise Eltern dazu einlädt, über sich und die großen und kleinen Fragen des Lebens nachzudenken. Und so manche Floskel dann doch endlich auf die Müllhalde zu werfen.

Stimme zum Buch:

"Als Neurobiologe - und erst recht als Vater - kann ich nur betonen, wie wichtig es ist, seinen Kindern ein Vorbild zu sein. Das ist im Alltag nicht immer so einfach durchzuhalten. Dieses gelungene Buch geht spannenden Fragen der Erziehung nach und hilft allen Eltern, mit einem gelegentlichen Schmunzeln über ihre eigenen Verhaltensweisen und Werte nachzudenken. " (Prof. Gerald Hüther, Universität Göttingen)
 
Rezensionen /Auftritte:
- Drei etwa fünfminütige Auftritte beim Sat.1-Frühstücksfernsehen in Berlin haben das Erziehungsfloskel-Buch kurzzeitig unter die Top 100 dieses großen Buch- und Dingsbumsversandes (wie heißt der doch gleich...) gehievt, das ist natürlich schön, fürs Erste. War auch eine nette Sendung, freundliche Betreuung, schöne Musik der Söhne Mannheims und angenehmes Geplauder über Erziehung mit dem sympathischen Schauspieler Ken Duken im Pausenraum und auf dem Balkon davor. Hier einer der Mitschnitte.
- Nach den Salzburger Nachrichten hat auch Erich Kocina ("Die Presse", Wien) meinen Erziehungsfloskeln auf den Zahn gefühlt und das Buch gut zusammengefasst - zu lesen hier.
- Auf Bayern 3 hat mich Jürgen Kaul am 25. März interviewt. 
- Auf HR1 befragte mich Kai Völker am 29. August zum Buch.
 
Als Autor freut man sich, wenn ein Rezensent erkennt, was man mit einem Buch im Sinn hatte. Im Falle meines Erziehungsfloskel-Buchs war das ein mir namentlich leider nicht bekannter Mensch, der (oder die) sich das Buch kürzlich im Auftrag des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (Mittelfranken) vorgenommen und dann auf die Empfehlungsliste gesetzt hat. Ich zitiere:
Der Autor "möchte Eltern ein Gespür dafür vermitteln, was sie mit scheinbar nur dahergesagten Weisheiten bei ihren Kindern auslösen können oder woran sie vielleicht selbst aus ihrer Kindheit noch zu knabbern haben.(...) Floskel für Floskel stellt der Autor vor, zumeist mit einer unterhaltsamen Anekdote, und immer wieder erscheinen dem Leser eigene Erlebnisse dazu vor dem inneren Auge. Schmidt gelingt es, seine Statements mit viel Humor und äußerst unterhaltsam vorzutragen. Unterstützt mit Expertenwissen zum jeweiligen Thema zeigt er auf, welche positiven oder negativen Auswirkungen unbedacht dahin gesagte Lebensweisheiten auf die Entwicklung der Kinder haben können. Zugleich bietet er aber auch umsetzbare Alternativen, die ein positives Wachstum und Entwickeln der Kinder fördern. Ein empfehlenswertes Buch für Eltern und Erzieher, die sich bewusst mit eigenen Aussagen und Erziehungszielen auseinander setzen wollen!"
Soweit der gekürzte Kommentar. Die Frage ist nur, wie viele Eltern, Lehrer und Erzieherinnen die im letzten Satz erwähnte Absicht wirklich haben. Mein Eindruck: Das Kind wird als Problem gesehen, und der nächstbeste Elternratgeber soll Abhilfe schaffen, damit das zweibeinige Erziehungsprojekt wieder auf Kurs gebracht wird. Wohl bekomm´s!