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Therapeuten als SMS-Deuter

Es ist ja so praktisch: Man zeigt seinem Psychotherapeuten mal eben schnell die letzten Kurznachrichten des neuesten Schwarms oder der streitbaren Ehefrau auf dem Handy – vielleicht kann ja wenigstens er sich einen Reim darauf machen. Für psychologische Berater ist dieses Vorgehen ihrer Patienten zwar verständlich, aber mitunter heikel.

[23. April 2012]

Hartherzige leben gefährlich

Kummer und anderes Seelenleid können der Pumpe in unserer Brust heftig zusetzen. Besonders anfällig dafür sind Menschen mit einem Herzen „aus Stein“, das nicht mehr flexibel genug auf Belastungen reagieren kann. Doch das ist kein Wunder, denn oftmals hat ihre Lebensführung das Herz erst unflexibel werden lassen.

[18.April 2012]

Moosbeutel als Schadstoff-Sammler

Freiburger Biologen wollen den Schwermetall-Gehalt der Luft mit abgetöteten Torfmoosen in kleinen Beuteln überwachen. Das soll nicht nur kostengünstiger sein als die seit Jahren praktizierte Methode mit lebenden Moosen, sondern auch genauere Daten liefern.

[4. April 2012]

Als Jesus Blut und Wasser schwitzte

Ostern und der Leidensweg Christi gehören fest zusammen. Am Ölberg schwitzte Jesus angeblich Blut und Wasser. Doch wie soll das möglich sein?

[2. April 2012]

Ärzte im Statistik-Nebel

Allgemeinmediziner halten den Nutzen von Reihenuntersuchungen zur Krebsfrüherkennung für weitaus größer, als er ist. Eine neue Studie erweist, wie schwer es auch für sie ist, Krebsstatistiken zu durchschauen und Patienten in Sachen Screening richtig zu beraten.

[21. März 2012]

Chefs im Brustton der Überzeugung

Die Welt ist ungerecht: Wer über eine sonore Stimme verfügt, nimmt seine Zuhörer viel eher für sich als ein Mann oder eine Frau mit hoher Stimme. Liegt hier womöglich eine von mehreren Ursachen dafür, dass Frauen mit ihren vergleichsweise hohen Stimmen seltener in verantwortungsvolle Positionen gelangen? 

[15. März 2012]

Organspende: Reden ist Gold

Spenderorgane sind Mangelware in Deutschland. Das liegt auch daran, dass unter Paaren und in Familien über die Organspende nach dem Tod – eines der letzten Beinahe-Tabus – kaum offen gesprochen wird. Womöglich gibt die Reform des Transplantationsgesetzes bald den nötigen Anstoß dazu.

[14. März 2012]

Graue Gefahr für die Roten

Dem heimischen Eichhörnchen könnte es ans Fell gehen – bald in der Schweiz, später in Deutschland und Frankreich. Schon knabbert ein konkurrenzstärkerer Wettbewerber an norditalienischen Knospen dicht vor der Schweizer Grenze: das aus Nordamerika eingeschleppte Grauhörnchen. Großbritannien hat der Nager bereits großenteils erobert. Biologen wollen ihn bekämpfen, bevor es für Gegenwehr zu spät ist.

[2. März 2012]

Kraftvolle Pferdeäpfel

Gut eine halbe Million Pferde wiehern in Deutschland. Bisher lässt sich ihr Mist nur schlecht verwerten. Doch Forscher der Universität Hohenheim wissen nun, wie sich die Hinterlassenschaften der Rösser vergären und dann in Strom umwandeln lassen. Das wäre auch ein Beitrag zum Schutz des Weltklimas.

[22. Februar 2012]

 

Wenn Schaden uns am Ende nutzt

Was zunächst wie ein Unglück aussieht, entpuppt sich nicht selten als sinnvoll. Manchmal bringt es sogar Gewinn, oder es rettet einem glatt die Haut.

[Bonn, 7. Februar 2012]

Hebt hoch eure Füße!

Der Stechschritt soll Disziplin vorführen und so dem Feind imponieren, wirkt aus heutiger Sicht aber eher sonderbar. Noch immer pflegen ihn sozialistische Staaten wie Kuba oder China bei Militärparaden. Auch in Nordkorea war er kürzlich bei der Amtseinführung des neuen Staatschefs Kim Jong Un zu sehen.

[Bonn, 1. Februar 2012]

Einsamer Tunnelgräber

Der Silbergraue Erdbohrer – auch Silbermull genannt – wühlt sich als Einzelkämpfer durch die Erde im südlichen Ostafrika. Nur in Essen und Budweis wird er von Zoologen gehalten und erforscht. Die Wissenschaftler wollen zum Beispiel klären, wie das pelzige, fast blinde Nagetier das andere Geschlecht findet, wie es mit so wenig Sauerstoff so schwer arbeiten kann und wie es seinen schuftenden Körper kühlt.  
 

[Bonn, 5. Januar 2012]

Dringender Appell an Reiche

Vor gut 80 Jahren erschien Erich Kästners Gedicht „Ansprache an Millionäre“. Es beschwört Vermögende, mehr fürs Gemeinwohl zu leisten – nicht der Moral wegen, sondern aus Eigennutz und Überlebenswillen. Auch heute droht die wachsende soziale Schieflage in Deutschland den gesellschaftlichen Konsens zu zerrütten – mit denkbar schlimmen Folgen.

Verduften gilt nicht!

Eine Silvester-Party hat es in sich: Sie muss toll und furchtbar unterhaltsam werden, am besten unvergesslich. Was aber, wenn die Feier sich schon nach kurzem als öde erweist oder die anderen Gäste einem den letzten Nerv töten? Muss man bis Mitternacht  ausharren oder darf man spontan in der Weite das Bessere suchen? Gut ist dran, wer vorsorgt – oder über Stil verfügt.

Anden wachsen Regen entgegen

Niederschläge können Gebirge verformen helfen, wenn sie auf verschiedenen Seiten des jeweiligen Berglandes sehr unterschiedlich stark fallen und das Gestein abtragen – so etwa im Falle der Zentral-Anden in Südamerika.

Vom Luxuslicht zur Massenware

Weihnachten ohne Kerzen – undenkbar. Die Mini-Feuer sind am Jahresende echte Dauerbrenner. Früher konnten sich nur Fürsten und reiche Kaufleute die Lichter aus Bienenwachs leisten – und hell wurden ihre Räume dabei nicht gerade. Denn große Leuchten waren Kerzen noch nie. Schöne allerdings schon.

Europas Bruch auch geologisch möglich

Nicht nur die EU droht wegen der Schuldenkrise zu zerreißen. Entlang des Oberrheingrabens könnte auch der Kontinent Europa tektonisch auseinanderdriften – allerdings erst innerhalb von Millionen von Jahren.

Teures Pfand auf hoher Kante

Aus den Augen, aus dem Sinn: Vor allem Dauermieter verlieren die geleistete Mietkaution oft aus dem Blick. Hoffentlich bringt sie wenigstens Zinsen, so lausig diese auch sein mögen. Mieter und Vermieter dürfen aber gemeinsam nach besseren Anlageformen als dem Sparbuch mit Dreimonatsfrist suchen – zumal da es beiden Seiten nützt.

 

Christkinds liebste Würze

Die Weihnachtszeit ohne Zimtsterne und Zimtwaffeln – das wäre wie eine Suppe ohne Salz. Früher war das beliebte Glühwein- und Lebkuchen-Gewürz eines der teuersten. Der Augsburger Kaufmann Anton Fugger verbrannte es sogar einmal vor den Augen des Kaisers, um diesen zu beeindrucken. Auch medizinisch ist Zimt ein Thema.

 

Bundesrepublik Wolfsland

Nach einer Studie des Bundesamtes für Naturschutz könnten die offenbar sehr anpassungsfähigen Wölfe nahezu überall in Deutschland zurechtkommen – wenn man sie denn nur ließe. Das aber ist genau das Problem.